Neijia Innere Stile bei der Bai Yun Taiji Quan Xueyuan


Die drei nun folgenden Stile Taiji Quan, Bagua Zhang und Xingyi Quan, zählt man zu den inneren Stilen (Neijia oder auch Neigong). Im Gegensatz zu den anderen, äußeren Stilen (Waijia), bedient man sich hier weniger der physischen Kraft, sondern man konzentriert sich auf das Qi, die alles durchfließende Lebensenergie. Diese Energie wird (ähnlich wie beim Qigong) durch Konzentration und eine Koordination von Atmung und Bewegung freigesetzt. Nur steht man, wie meist beim Qigong, nicht auf einer Stelle, sondern man bewegt sich weitläufiger und auch schneller. Als Ursprungsort und Zentrum innerer Stile gilt das Wudang-Gebirge im Norden Chinas. Geschaffen wurden sie von den dort in den Tempeln lebenden Taoisten, die allerdings die gesundheitsfördernden und lebensverlängernden Aspekte in den Vordergrund stellten. Es gibt zwar noch weitere dieser Gruppe angehörende Stile, aber folgende drei sind die Wichtigsten:

Taijiquan

(die Erhabene letzte Bewegung)

Thien Haishen mein Taijilehrer aus Wuhan Ist eine der Inneren Schulen, wie Baqua und Hsing I und hat bereits eine über 300 Jahre (1644 - 1911 n.Chr.- Beginn der Qing Dynastie) lange Geschichte. Als Begründer des Taiji wird Chen Wangting aus der Provinz Henan dem Dorf Chenjiagou benannt. Es ist beinhaltet die Lehre von der Ganzheitlichkeit des Geistes und des Körpers. Taiji ist eine Philosophie der Harmonisierung der Gegensätze in der Natur, dem Zusammenspiel zwischen Yin und Yang. Im Taiji existieren viele verschiedene Stile. Es sein nur ein paar genannt: wie Chen-Stil (ältester und Ursprungstil entwickelt von Cheng Wangting), Yang- Stil, Wu- Stil, Sun- Stil u.v.a.

Ein Hauptaugenmerk bei Taiji ist, dass die Kraft des Gegners in das Gegenteil umgewandelt wird und somit nutzbar für den eigenen Angriff (Abwehr) zu machen. Hierbei spielen natürlich nicht die körperlichen Kräfte eine Rolle, sondern die Kraft des Inneren selbst (Chi).

Training Taijiquan in Wuhan am Tai He im Zentrum von Wuhan China Wer jetzt denkt Taijiquan wäre nicht anstrengend, der sollte es einmal versuchen. Man wird bemerken, dass die kontinuierlich fließenden Bewegungen gepaart mit einem immer gebeugtem Stand eine ganze Portion Kraft und Ausdauer erfordern.Um die tiefe Entspannung zu erhalten ist die Atemachtsamkeit ein oberstes Gebot. Erlerne die Bewegungen über den Atem fließen zu lassen nur dann wird Taiji zu dem was es ist, eine Ganzheitliche Bewegung.


Bagua Zhang



Ist im Grunde genommen noch eine recht junge Stilrichtung und wurde ca. 1790 entwickelt. Es steht in enger Verbindung mit dem Qi_Gong und ist im philosopfischem Sinne mit dem Xing Yi verwandt. Die Wurzeln finden sich im Daoismus wieder.

Baqua Zhang das 8 Trigrammeboxen kommt aus dem Wudang Shan (Inner Stil Wushu) Das Ba gua bedeutet “acht Diagramme. Diese Diagramme haben ihre tiefere Bedeutung und sind bestimmten Wesensmerkmalen zugeordnet.

Qian - der Schöpferische / Kun - der Empfangende /  Zhen - der Errregte / Kan -der Abgründige / Gen - der Verharrende / Sun - der Sanfte / Li -  der Beständige / Dui - der Heitere

Die Philosophie bezieht sich hierbei auf Yin/Yang und der acht Grundlegenden Trigramme des I Ching dem klassischen Buch der Wandlungen (Urform ist bereits über 3000 Jahre alt)

Man beschreibt die Techniken des Ba gua am besten mit einer immerwährenden Kreisbahn. Der Kämpfer bewegt sich ständig um einen von ihm fixiertem Mittelpunkt. Die Bewegungen sind für einen Laien undurchschaubar, da diese ständig in einer fließenden und schnellen Bewegungsfolge geübt werden. Ba gua Meister sind in der Lage ihren Bewegungsfluss ständig in einer nicht festgeschreibenen Form zu ändern um sich einem Gegner anzupassen

Xingyi Quan



Das Xing Yi Quan ist die dritte und wahrscheinlich älteste Innere Stilrichtung. Sie hat ihre Wurzeln im Qigong aus der Daoistischen Philosphie. Das Xing Yi ist der Weg zur Selbsterkenntniss. Daher ist es als körperliche Disziplin gepaart mit einer strengen Meditation zu einem Wirkungsvollem Stil entwickelt worden.

Begründer des Xing Yi wird Ji Longfeng aus der Provinz Shangxi in den alten Geschichten angegeben. Demnach hatte er zum  Ende der Ming Dynastie ca. 1630 diesen Stil entwickelt und in den Provinzen Henan, Hebei und Shanxi verbreitet. Im Xing Yi kommen überwiegend die 12 Tierformen ( Drache / Tiger / Affe / Pferd / Huhn / Falke / Schwalbe / Schildkröte / Schlange / Adler / Bär / Eule ) in mehr oder weniger ausgeprägten Formen vor.

Die Formen sind auf der Basis der 5 Urelemente Metall (piquan), Holz (bengquan), Feuer (Paoquan), Wasser (zhuanquan) und Erde (hengquan) aufgebaut. Wobei jedem dieser Urelemente eine Technik eigen ist. Die Formen sehen vom Betrachter eher sehr kräftig aus, dies jedoch ist nicht so da die gesamte Energie der Techniken durch Chi gesteuert wird und diese explosionsartig und kurzzeitig freigesetzt wird.